Teil 1

Wie entstand das Tinkerweekend?

Im Sommer 1998 wurde ich von einer Bekannten eingeladen, doch mal mit ins Münsterland zu kommen. Dort sei eine Veranstaltung, die sich „Kaltblutrennen in Everswinkel“ nennt.
Ich hatte bis dahin noch keinerlei Ahnung von Pferden und der Unterschied zwischen Kalt- und Warmblut war mir auch nicht geläufig. Aber ich hatte nichts Besseres vor und so fuhr ich nach Everswinkel. Was ich dann sah und erlebte, hat mich total ergriffen und verzaubert.

Es waren neben sehr vielen Menschen auch unheimlich viele Pferde der verschiedensten Rassen zu sehen, aber Pferde hatte ich früher ja auch schon mal gesehen.

Dann aber kam ich zu einem Platz, wo eine ganze Menge Pferde standen, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Schwarz-weiße, braun-weiße, schwarze mit weißen Beinen und alle hatten lange Haare an den Beinen und sehr viel Mähne. Das musste ich mir näher ansehen und dann war es um mich geschehen.

Ich bat meine Bekannte, die auch so ein buntes Puschelpferd hatte, mir alles über diese Pferde zu erzählen, und es ergriff mich von Minute zu Minute mehr.

Doch es waren nicht nur die tollen Pferde, diese wunderschönen Irish Tinker, sondern es waren auch deren Besitzer, die mich beeindruckten. Irgendwie spürte ich, dass diese Gruppe Menschen ein ganz besonderer Schlag sein musste. Sie waren freundlich, aufgeschlossen und fröhlich. Ich konnte jeden ansprechen und mir wurde immer geduldig und freundlich Auskunft gegeben. Auch die Art und Weise, wie sie mit Ihren Pferden umgingen, gefiel mir. Alles lief in Ruhe ab und immer mit Respekt zum Pferd. Das war einfach umwerfend.

Ich blieb den ganzen Tag und kam auch am nächsten Tag wieder. Dieses Wochenende hat mein Leben verändert und ich war mit dem Tinkervirus infiziert.

Im folgenden Jahr fand dann wieder ein Treffen statt, jedoch nicht in Everswinkel, sondern nur noch separat und nur für Tinker. Hier habe ich dann auch erstmals selbst mit eigenem Pferd teilgenommen.

Anfang des Jahres 2000 erfuhr ich dann, dass kein Treffen der Tinker und Tinkerleute mehr stattfinden sollte. Ich selbst stand damals mit Lavena als Einsteller in einer Anlage die unter anderem auch als Kinderferienhof genutzt wurde. Mir kam die Idee auf dieser Anlage ein Treffen für Tinker und Tinkerleute zu veranstalten, denn ich wollte nicht, dass diese schönen Treffen, die ich erlebt hatte, plötzlich nicht mehr sind.

Irgendwann auf meiner Fahrt von Zuhause zum Stall fiel mir dann der Name für dieses Treffen ein: Tinkerweekend

Die Idee war geboren und als ich abends vom Stall nach Hause kam, setzte ich mich hin und entwarf in groben Zügen ein Programm für ein ganzes Wochenende. Jetzt musste ich nur noch den Hofbesitzer von meiner Idee überzeugen, aber das war kein Problem. Ich besorgte mir die Adressen der Tinkerleute vom Veranstalter der ersten Treffen und dann ging’s los.

Beim ersten Tinkerweekend im Frühjahr 2000 waren wir ca. 15 Pferde und 22 Personen. Und aus dieser kleinen Gruppe hat sich das Tinkerweekend von Jahr zu Jahr immer weiter entwickelt. Trotz der aus heutiger Sicht geringen Anzahl von Teilnehmern im ersten Jahr, waren doch alle begeistert und trugen diese Begeisterung in die Tinkerwelt hinaus. Nur durch diese Begeisterung der Teilnehmer ist es zu der Veranstaltung für Tinkerleute geworden, die es heute ist und auch zukünftig sein wird:

Tinkerweekend, das Original

Jedes Jahr kommen weitere Veranstaltungen hinzu, die versuchen, uns zu kopieren. Das ist für uns ein großes Kompliment und Ansporn zugleich (denn nur was gut ist, wird kopiert).

Ich wünsche allen Veranstaltern gutes Gelingen und auch so tolle Teilnehmer, wie ich sie bislang begrüßen durfte.

Euer Christian vom Tinkerweekend