Tinkerweekend 2009

Donnerstag, endlich geht´s los!

Am Donnerstag war es endlich so weit. Alle Sachen waren verstaut und die Reise zum Tinkerweekend 2009 nach Waabs konnte losgehen. Nachdem die Pferde verladen waren, ging es für Nameho, Roger und mich los. Ich konnte es vor Aufregung kaum noch aushalten. Für uns was es schließlich der erste Besuch des Tinkerweekends auf Gut Ludwigsburg. Nach 40 Minuten Fahrt über die schönen Dörfer fuhren wir bei bestem Wetter auf den Hofplatz. Dort wurden wir gleich von Sandra eingewiesen und konnten direkt auf dem Hofplatz die Pferde ausladen. Nachdem wir die Vierbeiner auf die Koppel gebracht und den traumhaften Ausblick auf die „bunte Pferdewiese“ etwas genossen hatten, (auch Schaulustige waren schon an der oberen Straße eingetrudelt, um den Blick über die Koppel schweifen zu lassen), ging es wieder zurück zum Hofplatz, wo Diana und Sandra uns sehr herzlich mit einem Sekt begrüßten und allen mitteilten, wo sie untergebracht wurden. Wir hatten uns für eine sehr idyllische Hütte mit Blick auf die Koppel entschieden. Schnell Sachen ausgepackt und dann fix zurück zu den anderen, schließlich waren wir alle neugierig was für schöne Puschelfüße noch so anreisen. Ganz gemütlich haben wir die Sonne genossen und auf alle gewartet. Zwischendurch wurden noch die Namensschilder an die Teilnehmer ausgeteilt.

Als gegen 17:00 Uhr jeder angereist war und die Tinkertierchen genüsslich auf der Koppel schmausten, hatten alle genügend Zeit sich gemütlich einzurichten. Um 19:00 Uhr gab es dann das erste gemeinsame Abendessen im Hofcafe. Ich kam erstmal nicht zum Essen, so begeistert war ich von der Innenausstattung. In jeder Ecke und in jedem Winkel gab es so schöne Dekorationen! Urgemütlich und sehr familiär ging es dann ans Essen. Man hatte das Gefühl, als würden wir uns alle schon länger kennen. Nach einem sehr leckeren Schmaus rückte der Fackelausritt immer näher. Ich war so gespannt darauf. Irgendwie war es eine Mischung aus etwas Respekt vor den Reaktionen der Pferde, aber auch eine riesige Spannung wohin es geht…

Wir holten die Pferde von der Koppel und machten sie für die Vorstellungsrunde fertig.
Frisch geputzt und gesattelt trafen wir uns dann alle auf dem Reitplatz des Hofes. Wir bildeten einen Kreis und stellen uns nacheinander vor. Jeder erzählte etwas über sein Pferd und sich. Oft war ich überrascht, wie nah man doch beieinander wohnt. Nachdem wir uns alle vorgestellt hatten, ging es los. Die Fackeln wurden verteilt, wobei eine Vielzahl der Reiter lieber keine nehmen wollte, ich übrigens auch nicht. Ich wollte lieber erstmal testen, wie er überhaupt reagiert in so einer großen Gruppe. Wir waren über 30 Tinker und das Gesamtbild muss wirklich eindrucksvoll gewesen sein. Der Gutsbesitzer Herr Carl und sein Reitlehrer Frank begleiteten uns auf dem Ausritt. Los ging es über die Straße und dann über schöne Wiesen und Felder, in den Sonnenuntergang hinein. Es war herrlich, dann durch den dunklen Wald zu reiten, wo die Fackeln so richtig schön zur Geltung kamen. Dianas coolen Gefahrenhinweis möchte ich an dieser Stelle gerne niederschreiben, da kann ich heute noch drüber lachen… „Achtung fieser Ast“ fand ich einfach niedlich! Bedanken möchte ich mich auch an dieser Stelle bei Highlander, denn sein hübsches Hinterteil war wirklich ein verlässlicher Bremsklotz für die ängstlichen unter uns, sprich mich!  Weiter ging es dann über den Campingplatz zum Strand. Das war einfach genial, wir konnten bei Mondschein mit den Pferden ins Wasser. Was für ein Spaß für alle! Jeder hat das in vollen Zügen genossen. Das war mein persönlicher Höhepunkt an diesem Tag! Um ca. 23:30 waren wir alle wieder gesund und ziemlich müde auf dem Hof angekommen. Die Pferde wurden versorgt und wir machten uns auf ins Land der Träume, voller Spannung auf den kommenden Tag.


Freitag, let`s Play

Gut ausgeschlafen und frisch gestylt ging es an diesem schönen morgen erstmal zum Frühstück. Mit einem fröhlichen „Guten Morgen“ von der lieben Petra wurde man im Hofcafe freundlich empfangen. Da beginnt der Tag gleich doppelt nett! Nachdem man sich mit Kaffee und leckeren Brötchen gestärkt hatte, ging es zur Koppel. Ich war gespannt, ob ich Nameho überhaupt eingefangen bekam, schließlich war das Gras auf der Koppel viel höher und grüner als auf unserer Hauskoppel, da lässt man sich schon sehr ungern einfangen und wer tauscht schon gerne „Grasen gegen Arbeit“? Aber es klappte besser, als ich gedacht hatte, dank der Möhren in meiner Hand.

Für den Vormittag waren verschiedene Reiterspiele geplant. Es stand ein Geschicklichkeitsparcours und ein Flag Race auf dem Programm. Die Teilnehmer, die sich dafür beim Frühstück eingetragen hatten, fanden sich so nach und nach auf dem Reitplatz ein. Viele nutzen auch die superschöne Galoppstrecke neben dem Reitplatz um ihre Pferde warm zu reiten. Endlich mal frei über eine lange Sandstrecke zu reiten war einfach so herrlich, da konnte man den Gashebel mal ordentlich einstellen, oder auch bei einem gemütlichen Klönschnack nebeneinander her Reiten ohne Platzproblem. Das haben wir in vollen Zügen genossen.

Den Parcours haben alle Teilnehmer super gemeistert und wir hatten alle sehr viel Spaß dabei. Vor allem die Bilder, die beim Brezel beißen entstanden sind, zeigen das sehr gut, finde ich. Da fand ich ja besonders das Bild von Claudia mit Taija ganz toll!  Zum Glück hatten wir eine super nette und auch sehr gute Fotografin dabei, die Maria, die diese Momente ganz toll mit ihrer „Linse“ eingefangen hat! Gleich im Anschluss an den Parcours war das Flag Race an der Reihe. Maria, die das offensichtlich schon sehr gut drauf hatte, zeigte uns das ganze einmal und dann ging es auch für die restlichen Teilnehmer an die Flaggen! Das war ein rasanter Spaß!

Nachdem wir die Spiele beendet hatten, ging es ans Mittagessen, für uns und auch für die Pferde! Das Essen sei an dieser Stelle auch mal gelobt, es hat wirklich alles sehr lecker geschmeckt!

Für den Nachmittag stand die Reiterrallye auf dem Programm, wir wurden in 5 Gruppen eingeteilt und bekamen einen Aufgabenzettel und eine Wegbeschreibung in die Hand. Los ging es durch die schöne Natur! Während des Rittes konnten wir an bestimmten Stationen Zusatzpunkte für das Team holen. Zum Beispiel das Pferd mit dem Hufen auf Pappteller stellen und dann wieder aufsteigen ohne das das Pferd von den Tellern runtergeht oder Dosenwerfen vom Pferd aus. Das größte Hindernis war jedoch eine Wildschweinherde in einem Freilaufgehäge direkt an unserem Weg. Leider setze sich die gesamte Rotte samt Frischlinge in Bewegung und kam grunzend auf die Pferde zu gerannt. Die meisten Tinker haben sich ziemlich erschrocken und fanden die „Schweine“ dann doch beängstigend. Das hat die ganze Rallye noch spannender gemacht und war noch eine besondere Herausforderung, die aber am Ende des Tages alle gut gemeistert haben. Puh!

Das Abendessen hatten wir uns dann alle wirklich verdient. Eigentlich war an diesem Tag das Lagerfeuer geplant, dass leider wegen des starken Windes verschoben werden musste. Also wurde der irische Abend bei bester Stimmung und wilden Tanzeinlagen mit „feuriger Einlage“ (leuchtende Brüste von Bente) richtig zelebriert. Dank der fahrbaren „Bar“ im Kleinbus unserer „Puffmutti Nadine“ konnte jeglicher Alkoholwunsch gänzlich erfüllt werden an diesem Abend. Vielen Dank an dieser Stelle noch mal für die wirklich große Auswahl! Auch Elena hat die Warsteiner Brauerei dazu gebracht viele Kisten Bier zu spenden, so dass wir das ganze Wochenende noch davon zehren konnten und für die Weinfeinschmecker hat Kati das Sponsoring übernommen. Wirklich total super! Ich sage nur, na dann mal Prost!


Samstag, der Strand ruft!

Der Tag, dem wohl die meisten entgegenfieberten war da, der Strandtag! Ich muss zugeben, dass ich schon etwas beunruhigt war, nicht etwa wegen des Strandes, mehr wegen der Gliedmaßen im hinteren Bereich nach dem Ritt… 4,5 Std. klangen in meinen Ohren doch wirklich eindrucksvoll. Auch dieser Tag begann natürlich mit der morgendlichen Stärkung im Hofcafe! Erstmal ordentlich Kaffe, dachten sich die meisten, da die Nacht für einige wohl doch eher kurz war.  Ein schöner O-Saft hinterher und dann ging es frisch gestärkt ans Werk. Dieses Mal gestaltete sich das Satteln nicht so schön, da es leider anfing, wie aus Bächen zu schütten. Aber dank des großen Hofes gab es für alle eine Möglichkeit im trockenen zu satteln. Natürlich waren wir nicht begeistert, bei dem Wetter loszureiten, aber wozu gibt es Satteltaschen und Wanderreitsättel mit genügend Platz für Jacken. Viele Reiter mit eben solchen Utensilien waren sehr hilfsbereit und gaben einigen Jacken „Asyl“. Als wir alle startklar waren hörte der Regen auf und wir konnten in aller Ruhe losreiten.

Viele von uns waren froh, dass man für den Ausritt den „Zwiebellook“ gewählt hatte, denn im Laufe des Tages wurde es immer schöner und die Sonne strahlte nur so vom Himmel. Es ging wieder über Wiesen und durch Felder hindurch. Einige rutschten sogar einen Hang hinunter und ritten durch ein Wasserloch. Das war ein riesen Spaß und brachte eine willkommene Erfrischung für die Pferde und uns. Weiter ging es durch die Rapsfelder und dann im Trab durch den Wald. Ich fand es immer wieder erstaunlich wie toll das in so einer großen Gruppe doch funktioniert. Nach etwa 2 Stunden kamen wir am Strand an. Es ging kreuz und quer durchs Wasser und war einfach herrlich! Alle Pferde und Reiter haben es in vollen Zügen genossen. Naja, einige haben es vielleicht etwas übertrieben, denn Imke war das wohl nicht genug. Ohne Sattel ging sie bis zum äußersten. Als Felix dann das Wellenreiten für sich entdeckt hat, rutschte Imke runter und ging auf Tauchgang. Zum Glück war dort eine einstündige Rast geplant, so dass unsere „Meerjungfrau“ zum Gut gefahren werden konnte um sich zu trocknen. Wir haben inzwischen unser Mittagessen am Strand genossen. Die fleißigen Helfer brachten uns belegte Brötchen, Kuchen und Getränke direkt per Bus an den Strand. Das zeigte mal wieder einmal mehr die sehr gute Organisation dieses Wochenendes! Ein ganz dickes Lob an das Orga-Team!

Nach dem Mittagessen ging es weiter durch den Wald und dann direkt an einem Steilhang entlang auf einem wie ich fand, für mich zu schmalen Pfad. Der Ausblick war zwar einmalig, aber ich konnte mich kaum darauf konzentrieren, da ich unter Höhenangst litt und immer nur gebetet habe, dass Nameho keinen Schritt nach rechts macht. Ich musste laut lachen als ich die Bilder gesehen habe, weil ich mich so krampfhaft am Zügel festhielt ohne es wirklich zu merken. Total peinlich, aber ich glaub ich war mit der Besorgnis nicht die einzige unter den Reitern, dass tröste mich etwas.
Nun ging es an den Galopp; die Gruppe wurde geteilt und wir durften ein ganzes Stück galoppieren. Das war einfach traumhaft, ab durch die Felder. Als dann noch Petra mit einem wilden „Indianergeschrei“ nach dem Motto „heijeije“ das Feld von hinten aufmischte gaben alle Pferde noch mal richtig Gas! Der Wind rauschte nur so an uns vorbei. Nach einigen rasanten Kurven stießen wir wieder zum Rest der Gruppe dazu, die schon auf uns wartete. Das war wirklich ein tolles Erlebnis. Einige wagten sogar noch eine 2. Galopptour. Als wir nach einem unvergesslichen Ritt wieder den Hof erreichten, merkte ich erst das ganze grauenvolle Muskelkaterausmaß, so will ich es mal harmlos nennen… Ich war aber Gott sei dank nach einer kurzen Pause in der Lage meinem Pferd noch eine erholsame Dusche zu gönnen, wie viele andere sie auch ausgiebig nutzten.

Nachdem man selbst auch wieder frisch war, hatten einige schon den Flohmarkt, der am nächsten Tag geplant war vorgezogen. An einigen Ecken waren so manche schöne Dinge zu sehen. Warum also warten? Es wurden schon einige Geschäfte getätigt und so manche schöne Trense (Danke liebe Finja) wechselte den Besitzer. Ach ja Sandra, mein Pferd freut sich seeeehr über die Longierhilfe und ich noch viel mehr!  Der krönende Abschluss des Tages war das Lagerfeuer, das im schönen Schlosspark stattfand. Die Kulisse mit der untergehenden Sonne und dem Lagerfeuer war einfach traumhaft. Dort haben wir das Spanferkel und die leckeren Salate mit gutem Appetit verdrückt. Da ich sehr müde vom Ausritt war und den Eindruck hatte, der Rest meines Körpers wäre schon im Bett, wurde mein Abend doch recht früh beendet, deswegen kann ich über die Dauer und den Ausklang des Abends nichts mehr berichten. Irgendwie wurde mir da erst richtig bewusst, dass das Tinkerweekend 2009 schon fast vorbei war. Sehr schade!


Sonntag, Zuschauertag und Abschied ( schnief)

Der Sonntag begann natürlich wieder mit dem Frühstück, Allerdings der Stimmung, den baldigen Aufbruch der Teilnehmer entsprechend, regnete es. An diesem Tag war Zuschauertag und viele Familienmitglieder der Teilnehmer kamen, um den Showeinlagen und Spielen beizuwohnen. Als wir unsere Pferde von der Koppel holten, hatten es viele nicht so eilig und man nahm sich noch mal ausgiebig Zeit, um einfach nur auf der Koppel zu sitzen und Pferde zu beobachten. Das haben wir zwischendurch immer mal gerne gemacht, denn den Anblick bekommt man ja nicht alle Tage! Zum letzen Mal wurden die Pferde fertig gemacht und alle trafen sich vor dem historischen Gutsgebäude, da Maria noch ein Gruppenfoto schießen wollte. Danach ging es zum Reitplatz, wo ein ein Staffelritt in 2 Gruppen geplant war. Auch davor wurde natürlich wieder die Sandstrecke zum Warmreiten genutzt und einige haben auch auf eigene Faust noch mal das Gelände für sich entdeckt. Ich musste feststellen, dass Nameho wie ein kleiner Zinnsoldat lief, ihn hatte der Muskelkater voll erwischt. Wenn ich ehrlich bin, hatte es mich genauso erwischt. Also haben wir den Tag auch ganz locker begonnen. Nach dem Staffellauf habe ich mir mit einigen anderen das Showprogramm angesehen. Es gab eine Westernvorführung, eine Quadrille und auch Zirkuslektionen, die ich besonders interessant fand. Leider fiel die Dressurvorführung von Elena und Jette aus, da Jette sich am Samstag verletzt hatte. Aber zum Glück durften wir bei den Proben schon zusehen und waren davon sehr begeistert! Immer wieder erstaunlich wie beweglich und lernfähig unsere Tinker so sind. Ob Springen, Western, Zirkus oder auch in der Dressur… sie sind wirklich vielfältige Talente! Nun schweif ich schon wieder ab, muss hier ja keine Werbung für Tinker machen, wir sind ja alle schon „infiziert“. Nach dem Grillen holten wir die Pferde ein letztes Mal von der Koppel. Alle trafen sich auf dem Reitplatz. Hier fand die Siegerehrung für die Reiterspiele statt und es wurden Teilnehmerurkunden ausgehändigt. Nach einer schönen Abschlussrede und Danksagungen wurde das Tinkerweekend 2009 offiziell beendet. Ein wirklich außerordentlich erlebnisreiches und sehr intensives Wochenende mit vielen Höhepunkten, spannenden Aufgaben, tollen Gesprächen in gemütlicher und familiärer Atmosphäre, sowie feuchtfröhlicher abendlicher Stimmung ging damit zu Ende.

An dieser Stelle sei allen Organisatoren, Herrn Carl und seinem Hofteam sowie natürlich allen Teilnehmern und süßen Puschelfüssen gedankt, denen wir die schönen gemeinsamen Erlebnisse zu verdanken haben! Auch der lieben Imke vielen Dank, für Ihre Hilfe bei der Korrektur dieses Berichtes.

Man kann wirklich nur sagen: „sucht man Spaß mit wirklich offenen und freundlichen Leuten und Pferden? Möchte man mal was Neues ausprobieren und sich einfach nur wohl fühlen, so wie man ist? Dann ist man beim Tinkerweekend 2010 (was hoffentlich statt findet) genau richtig!

Herzliche Grüße und Danke für Eure Bemühungen!

Janine mit Nameho