Das Wichtigste zu allererst:
Das Tinkerweekend 2008 auf Gut Ludwigsburg war wirklich gelungen. Ein dickes Lob und vielen Dank an Sandra, Diana und Frank.
Im Programm stand, dass wir am Donnerstag, 29. Mai so zwischen 15 und 17 Uhr anreisen sollten, also haben Jasmin und ich gegen 14 Uhr unsere sieben Sachen gepackt, die Pferde eingesammelt und uns auf den Weg nach Waabs gemacht. Wir hatten eine Fahrt von etwa 2 Stunden vor uns. Als wir uns aufmachten, war es ziemlich heiß, aber kaum waren wir hinter der Rendsburger Brücke von der Autobahn runter, wurde es etwas ungemütlicher. Die Sonne war hinter dicken Wolken und es wehte ein kräftiger, kühler Wind.
Auf dem Gut angekommen, wurden wir sofort von Frank begrüßt und zur Koppel geleitet, wo wir die beiden Racker ausladen konnten. Am Tor zur Koppel wurden die Pferde von dem freundlichen Haflinger Santos begrüßt. Wir haben den Pferden dann erst die Tränke gezeigt und sie dann laufen lassen. Joe musste natürlich fürchterlich auf seine Bacadi aufpassen und ließ weder ein anderes Pferd an sie heran, noch ließ er sie weiter als 2 Meter weg. Die arme war nachher schon ganz genervt.
Aber es ist doch immer wieder toll, dass man die Tinker einfach so zusammen auf die Koppel lassen kann, ohne dass die sich prügeln oder beißen. Ein bisschen drohen und rennen, aber das war alles. Als dann später alle da waren, wurde es auf den Koppeln auch ruhiger und es bildeten sich kleine, meist Zweiergrüppchen.
Der einzige, der eine kleine Blessur davon getragen hat, war Bobby, der kleine Draufgänger.
Als wir den Anhänger geparkt und abgehängt hatten, hat uns Diana in Empfang genommen, uns Namensschilder und einen Sekt verpasst (das war eine tolle Idee) und uns erzählt, wer in welchem Zimmer, Häuschen oder welcher Wohnung einquartiert war. Bei uns gestaltete sich die Zimmersuche im Schloss etwas schwierig, weil da alles so verwinkelt und verworren war. Aber auch das haben wir schließlich geschafft und uns die ganzen Tage sehr wohl gefühlt.
Um 19 Uhr fanden sich dann alle Teilnehmer zum gemeinsamen Abendessen im Hofcafe ein. Es gab leckeren Spargel. Leider gab es etwas wenig Spargel und ich weiß nicht, ob alle welchen abbekommen haben. Aber es ist niemand verhungert, denn es gab eine Alternative: Erbsen und Möhren.
Um 21 Uhr haben wir dann die Pferde von der Koppel geholt und für die Vorstellung von Pferd und Reiter in der Reithalle und den Fackelausritt danach fertig gemacht.
Bei dem starken Wind gestaltete sich das mit den Fackeln etwas schwierig und nur wenige Reiter haben eine genommen. Mit dem Sonnenuntergang war leider auch nichts, da sich die dicken Wolken hartnäckig hielten. Angeführt wurde die Gruppe vom Gutsbesitzer, Herr Carl, und seinem Mitarbeiter, Frank. Wir bekamen schon einmal einen Einblick von den schönen Reitwegen rund um das Gut. Gegen 22:30 Uhr waren wir dann wieder zurück auf dem Hof, haben die Pferde wieder auf die Koppeln oder in die Boxen gebracht und sind dann selbst todmüde in die Betten gefallen.
Ich hab mich schon auf den nächsten Tag gefreut und Jasmin hat vom Schlossgespenst geträumt.
Nachdem wir am Freitagmorgen, 30. Mai aus unseren Betten gekrochen waren, wurden wir von blauem Himmel und strahlender Sonne empfangen. Allerdings war es noch immer sehr windig. Um 8:30 Uhr war Frühstück im Hofcafe angesagt. Es gab ein tolles Frühstücksbuffet, bei dem wohl für jeden etwas dabei war. Hier hatten wir eigentlich zum ersten Mal den Überblick, wer alles so da war. Bei der Vorstellung am Donnerstagabend hatten die meisten eine Reitkappe auf und ohne Reitklamotten und im Hellen sehen die Leute doch plötzlich ganz anderes aus.
Für den Vormittag standen Reiterspiele auf dem Programm und Sandra ließ Listen herumgehen, wer an welchen Spielen teilnehmen möchte. Danach wurden Startnummern gezogen. Geplant war der Bandlauf, bei dem zwei Reiter mit einem Band verbunden einen Parcours absolvieren mussten und einen Trail. Leider schafften wir es an diesem Morgen nicht, um 10 Uhr auf dem Reitplatz zu sein und deshalb wurde der Bandlauf erst mal bis auf Weiteres abgesagt; nur der Trail wurde durchgeführt. Über 20 Reiter hatten sich hier angemeldet, und es dauerte bis zum Mittagessen. Manche scheiterten schon bei der Plane, andere beim Rückwärtsgehen im Stangen-L. Handtücheraufhängen an einer Leine, wo schon wehende Luftballons hingen, war auch nicht einfach. Eierlaufen im Trab mit einer Kartoffel auf dem Löffel und dann in einen Käscher werfen haben eigentlich alle geschafft. Manche Pferde mochten auch den Klappersack nicht, aber dafür haben alle das Hindernis gemeistert.
Dann war auch schon wieder Mittag und wir trafen uns wieder im Hofcafe. Diesmal gab es Nudeln bzw. später, als die aufgefuttert waren, Kroketten.
Jasmin und ich haben nur schnell gegessen und sind dann wieder los, weil wir noch einen Fototermin bei Alexa hatten. Das war toll, Alexa hat die ganze Veranstaltung über fotografiert und fast von jedem Einzelaufnahmen im Schlosspark gemacht. Wir schafften es dann gerade so um 14:30 Uhr zur Rallye wieder auf dem Hof zu sein.
25 Reiter hatten sich zur Ralley angemeldet und wurden in 5 Startergruppen eingeteilt bzw. hatten wir auch dafür Nummern gezogen. Wir bekamen einen Zettel mit Fragen in die Hand gedrückt und die Route vorgegeben und los ging´s im Viertelstundentakt. Als erstes mussten wir auf dem Reitplatz einen Ball mit einem Besen auf zwei Stangen hin- und herrollen. Damit fingen bei einigen die Probleme schon an. Manche Fragen waren auch nicht von Pappe, aber ich denke, dass jede Gruppe es geschafft hat, 5 verschiedene Baumblätter und eine Feder zu finden.
Da Joe bei diesem Spiel mal nicht mit seiner Bacadi zusammen sein durfte, war er die ganze Zeit ziemlich zappelig, und ich hatte reichlich mit ihm zu tun. Aber nachher war alles gut.
Wieder auf dem Gut angekommen hatten wir bis zum Abendessen etwas Zeit, die ich mit ausgiebigem Staubabduschen verbracht habe. Leider ist mir völlig entfallen, was es zu essen gab, aber es war auf jeden Fall lecker.
Der Wind hatte auch abends immer noch nicht nachgelassen und deshalb hatte der Schlossherr Holz für das Lagerfeuer zum irischen Abend im Schlosspark aufschichten lassen. Um 21 Uhr war dann auch schon eine Musikanlage aufgebaut und einer nach dem anderen ergänzte die Runde. Getränke und Knabbersachen hatte jeder selbst mitgebracht und am Feuer war es gut auszuhalten. Leider haperte es etwas an genug irischer Musik, aber andere Musik war ja auch nicht schlecht, und die Stimmung war super. Zwischendurch wurden noch die Sieger der Spiele mit einer Urkunde geehrt. Den Trail hatte Jannin mit Merlin gewonnen und die Rallye Gruppe 5.
Bis zur Geisterstunde hatten sich schon einige Leute in ihre Betten zurückgezogen. Diana und Frank mussten noch ein bisschen aushalten, bis auch die letzten gegangen waren und dass Feuer schon so gut wie abgebrannt war.
Ich bin mit der Vorfreude auf den nächsten (Strand)-tag eingeschlafen.
Samstag, 31. Mai. Strand ist angesagt und alle sind gespannt wie ein Flitzebogen:„Wie die Pferde sich wohl verhalten? Hoffentlich sind da nicht so große Wellen!“
Erst einmal gab es aber wieder ein ausgiebiges Frühstück, diesmal im Gewölbekeller des Schlosses.
Pünktlich um 10:30 Uhr trafen sich alle, die am Strandritt teilnehmen wollten, auf dem Platz vor dem Schloss. Bis es dann losging, haben Jannin mit Merlin und Jürgen mit Bronco auf einem dicken Holzklotz kleine Showeinlagen dargeboten.
Hier wurden wir auch wieder vom Hausherrn und seinem Mitarbeiter, Frank, angeführt. Die Route ging los in Richtung Reitplatz und vorbei an den Pferdekoppeln. Weiter ging´s auf Feldwegen oder an Feldrändern und durch Wälder. Später mussten wir eine kurze Stecke auf einem Radweg an der Straße lang. Hier waren fast 30 Tinker die Sensation für alle Autofahrer und Anwohner. Viele hielten an und holten ihre Fotoapparate raus und die Anwohner standen mit offenen Mündern in ihren Gärten. So was hatte hier noch niemand gesehen.
Nach ca. 1,5 Stunden war dann WASSER IN SICHT. Leider waren durch den starken Ostwind der letzten Tage sehr viele Steine an den Strand gespült worden, so dass wir nur langsam am Strand reiten konnten. Dann der große Spaß: Hinein in die kühle Ostsee. Ich war innerhalb von Sekunden klitschnass, weil Joe im Wasser immer fürchterlich planscht und das auch hier ausgiebig betrieben hatte. Zum Glück war es ja warm und an diesem Tag auch nicht so windig, so dass ich schnell wieder trocken war. Ich glaube, das ging anderen Reitern aber auch so.
Während der einen Stunde Picknickpause wurden wir mit belegten Brötchen, Selter und Saft versorgt. Leider konnten wir die Pferde dort nirgends anbinden, so dass sich das Essen etwas schwierig gestaltete.
Einige Pferde haben die Pause genossen, sich im warmen Strandsand ausgiebig zu wälzen.
Als alle wieder gesattelt hatten, ging es dann zurück Richtung Gut Ludwigsburg. Unterwegs haben die, die wollten, einen kleinen Galopp eingelegt. Ich hatte einmal eine Kurve zu eng genommen und Joe ist mit dem rechten Hinterbein weggerutscht. Alle die hinter mir waren und das sahen, schienen auf, aber es ist nichts passiert. Dann hat sich die Galoppgruppe noch mal geteilt und einige sind die Strecke wieder zurück galoppiert. Nach kurzer Zeit haben sich alle drei Gruppen wieder getroffen und wir sind zusammen wieder sicher und heil gegen 15 Uhr auf dem Gut angekommen. Auch Dank der Straßensperre der zufällig anwesenden Feuerwehr.
Vor dem Schloss haben wir uns dann alle aufgestellt und es gab für jeden Teilnehmer einen Schnaps.
Kurz vor Ende des Ausritts hatten wir noch ein tolles Erlebnis, als wir an einer Koppel vorbeikamen, an der uns ca. 10 Jungpferde stürmisch begrüßten. Wir gingen am Straßenrand weiter und die Herde stürmte in vollem Galopp auf der Koppel einen Hügel hinunter ans andere Ende auf ein Tor zu. Wir hielten alle den Atem an und hofften, dass sie rechtzeitig die Bremse ziehen würden.
Jetzt hatten wir bis 19 Uhr Zeit, ausgiebig unsere Pferde und uns zu pflegen. Das war sehr angenehm, völlig ohne Zeitdruck in aller Ruhe das Pferd von Salzwasser und Schweiß zu befreien und sich selbst mal hier, mal da zu anderen Teilnehmern zu setzen und zu klönen.
Die Grills wurden auf dem Schlosshof vor dem Hofcafe aufgestellt. Diesen Abend verzögerte sich das Essen etwas, weil die Grills nicht so richtig heiß wurden und bevor die Würstchen und das Fleisch fertig waren, waren die Folienkartoffeln und der Krautsalat schon alle. Aber auch hier ist niemand verhungert, dann wird das eben alles nacheinander gegessen. Später wurde es draußen recht frisch und wir haben uns im Gewölbekeller den Kamin angemacht. Das war urgemütlich.
Diese Nacht bin ich mit dem Entsetzen darüber eingeschlafen, dass morgen schon der letzte Tag ist und wir wieder den Heimweg antreten müssen.
So grausam, letzter Tag, Sonntag, 01. Juni
Aber heute ist Showprogramm, auch für Zuschauer.
Nach dem Frühstück haben wir uns um 10:30 Uhr zum Gruppenfoto vor dem Rondeel auf dem Hof getroffen. Danach ging es zum Reitplatz. Hier wurde der Bandlauf von Freitag nachgeholt.
Danach war Trabrennen angesagt. Ich hab Joe lieber auf der Weide stehen lassen, denn er wollte noch immer nicht ohne Bacadi irgendwohin gehen. Und bevor ich wieder an ihm zerre und ziehe und er Unsinn macht, sollte er lieber seinen Frust auf der Koppel austoben.
Diana hat gewissenhaft aufgepasst, dass keines der Pferde galoppiert (also kein vollständiger Galoppsprung gemacht wurde) und dann hieß das Finale:
Jasmin mit Bacadi gegen Claudia mit Taja. Beide sind toll getrabt und am Ende hatte Bacadi die große Nase vorn.
Nach dem Trabrennen trafen wir uns wieder alle auf dem Reitplatz, denn hier sollte jetzt die Westernvorführung mit Sandra und Sunrise, Hilke und Cindy, Jannin und Merlin sowie Sabrina und Supersonic Jet stattfinden. Das verzögerte sich alles ein bisschen, weil an einer anderen Koppel ein schwerer Unfall passiert war und sogar der Rettungshubschrauber landen musste. Es betraf aber niemanden von unserer Truppe.
Viele Zuschauer waren inzwischen eingetroffen und die Westernshow konnte losgehen. Einige Höhepunkte der Show waren, dass sich Hilke und Jannin im rasanten Galopp eine Fahne übergaben, Jannin ihrem Merlin im Galopp die Fahne vors Gesicht hielt und Sandra sich auf den Hintern von Sunrise stellte, den das Treiben um ihn herum überhaupt nicht störte.
Bis 14 Uhr war Grillpause.
Sehr schade fand ich, dass sich leider um 14 Uhr nur 3-5 Zuschauer wieder auf dem Reitplatz eingefunden hatten und Claudia mit Taja ihre tolle Springvorführung vor leeren Rängen zeigen musste.
Jetzt stellte Herr Carl zwei seiner Zuchthengste an der Hand, einen unterm Sattel und eine Stute mit Fohlen vor.
Zur nächsten Vorführung waren dann wieder mehr Zuschauer da. Hier haben Steffi und Merlin Zirkuslektionen gezeigt, bei denen Merlin einen Teppich ausrollte, einen Briefkasten öffnete sowie eine Zeitung rausholte und einen Teddy apportierte. Er legte sich sogar auf Anweisung von Steffi hin. Shirley und Sparkle haben den spanischen Schritt und Seitengänge an der Hand gezeigt und das Kompliment konnten beide Pferde.
Diana mit Highlander und Jutta mit Sir Henry zeigten Seitengänge unterm Sattel.
Jetzt standen noch zwei rasante Spiele auf dem Programm. Einmal das Keyhole. Die Pferde wurden so schnell wie möglich in eine Stangengasse geritten, in einem Stangenquadrat gewendet und dann wurde wieder zum Ziel geeilt.
Das zweite Spiel war das Barrel Race und nicht weniger rasant. Hier musste möglichst schnell um drei Tonnen geritten werden.
Bei all diesen Vorführungen und Spielen war beeindruckend zu sehen, wie vielseitig unsere kleinen, dicken Tinker doch sind.
Eigentlich gehörte zu dem Showprogramm noch eine Quadrille, die leider nicht stattfinden konnte, weil die Gruppe nicht vollzählig war.
Am Abend vorher hatte leider auch Silke Nelles mit Ihrem Hengst Willoby McKenneth absagen müssen, der hier vorgestellt werden sollte, da die junge Reiterin sich verletzt hatte. Schade um beide Vorführungen.
Jetzt war es etwa 16 Uhr und die Zeit zum Abschied nahte. Alle Teilnehmer versammelten sich mit ihren Pferden noch einmal auf dem Reitplatz und bekamen eine Teilnehmerurkunde.
Gabi hatte für Diana und Sandra bei uns gesammelt und für jede einen Präsentkorb aus dem Hofladen als Dank für die ganze Mühe zusammenstellen lassen. Noch ein paar kleine Dankesreden und das Tinkerweekend 2008 war zu Ende.
Jasmin und ich brachten die Pferde ein letztes Mal auf die Koppel, damit wir in Ruhe unsere Sachen aus dem Zimmer holen und im Auto verstauen konnten. Dann wurde der Anhänger wieder vorgezogen und als wir die Pferde holen wollten, lagen beide nebeneinander im Gras und wollten nicht mit. Ich konnte sie gut verstehen, ich wollte auch nicht. Um 17 Uhr haben wir uns dann doch wieder auf den Weg nach Bad Oldesloe gemacht.
Zu guter Letzt noch einmal ein riesiges Dankeschön an
- die Organisation, das war sicher ein hartes Stück Arbeit und hat euch bestimmt ein paar schlaflose Nächte bereitet – an Petrus, der uns super Wetter bescherte – an die Hofcrew, weiter so – an die Schlossherren, bei denen wir uns wie zu Hause fühlten – an Alexa, die mit ihrem Fotoapparat irgendwie überall war – und an alle Teilnehmer, die durch ihr fröhliches und aufgeschlossenes Verhalten auch zu dem guten Gelingen beigetragen haben.
Und natürlich an die Pferde, ohne die das alles nicht stattgefunden hätte.
Eure Sabine mit Little Joe
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