
10.06 – 13.06.2004 Tinkerweekend !!!


Donnerstags sind die meisten angereist, wie wir auch. Danni hat die letzten Kilometer ihres Wanderrittes nach Osnabrück nicht mehr per Pferd bewältigt, sondern im Auto mit Meggy im Hänger, da der Sattelgurt gerissen ist und ein Weiterritt nicht möglich war !!
In einem “Marathon-Wochenende” hatten wir eine Vorstellungsrunde zu Pferd in der riesigen Freilufthalle mit fast allen Teilnehmern. Ein unglaubliches Bild…
Der nächtliche Fackelritt fiel am Donnerstag aus, da es wie irre zu regnen anfing. Gerade als wir los wollten. Aber der Fackelritt wurde dann am nächsten Abend nachgeholt.
Am Freitag morgen wurden wir in verschiedenen Gruppen aufgeteilt. Auf einem Orientierungsritt mussten verschiedene Aufgaben und Fragen gelöst werden. Unsere Gruppe landete auf dem 4. Platz.

Nach dem Mittagessen folgte die Springstunde.
Higgins spielt zwar kein Mikado mit den Stangen, aber war auch nicht so springfreudig wie “Geronimo”, der am Sonntag alle Vorurteile brach, ein Tinker könne nicht springen. Hätte ich es nicht mit eigenen Augen gesehen, hätte ich es nicht geglaubt…. Geronimo sprang keine Caprilli-Höhe, auch kein E- oder A-Niveau. Nein, er sprang über 1,30 m hohe Hindernisse !!! Unglaublich….
Nach der Springstunde fand das Tinkertrabrennen auf der großen Koppel statt. Ich gönnte Higgins (und mir) eine Pause und lies ihn im Stall und schoss dafür viele, viele Fotos… Tanja und Chiara haben sich gegen die Konkurenz behauptet.

Die strahlende Siegerin… 
Danach gab es wieder was auf die Gabel und abends war die Westernreitstunde dran. Für Reiter und Zuschauer gleichermaßen aufschlussreich. Ich dachte an eine Reining-Stunde, aber schwer getäuscht. Es wurde eher eine Trial(?)-Stunde. Es standen 4 Pylonen in einer Reihe. An der ersten (ganz nah! Das erste Problem!) musste man erst still stehen. Dann sollte das Pferd ruhig aber nicht trödelnd bis zur 2. Pylone geritten werden. An der eine Volte. Wieder an der Pylone sollte man antraben und in gerader Linie (wieder ein großes Problem!) bis zur 3. Pylone. Dort durchparieren zum Halten. Eine Vorderhandwendung. (wieder alles nah an der Pylone…Schwierig, schwierig..) und zum Schluss eine Pferdelänge rückwärtsrichten.

Der Trainer nahm sich viel, viel Zeit für jeden. Erklärte alles sehr genau und unkompliziert und korrigierte jeden Fehler, bis die Reiter alles zu seiner Zufriedenheit gemacht haben.

Gegen 22.00 Uhr sattelten wir wieder zum Fackelritt. Der Himmel war wolkenlos und eine klasse Sonnenuntergangsstimmung. Ich dachte, die Pferde wären unruhiger, aber alle gingen gesittet und hatten keine Scheu vor den Fackeln oder der Dunkelheit. Nach dem langen ereignisreichen Tag schlief ich wie ein Murmeltier bis zum nächsten Morgen…:-)

Am Samstag starteten 58 (!) Pferde, davon natürlich die meisten Tinker, zum Tagesritt. Danni, Margit und ich waren fast das Schlusslicht und wir konnten das Bild in allen Zügen genießen… Eine lange Karavane die Allee entlang, über die Straße, durch Felder, Wiesen und Wälder; vorbei an anderen Ställen und Koppeln.

Auf dem Ritt gab es 2 Galoppstrecken. Jeder konnte für sich entscheiden, ob er mitkam oder bei der “Schrittgruppe” blieb. Es wurde auch nicht im Pulk gerannt. Das Feld zog sich schön auseinander. Die schnelleren vorne. Die gemütlichen hinten. (Außer der schnellen Meggy und Higgins) Wir waren ja die Schlusslichter und rollten das Feld – gesittet – von hinten auf..
Als Rastplatz wurde ein Waldstück gewählt. An gespannten Seilen wurden die Pferde angebunden. Viele dösten vor sich hin, andere knappelten Tannen an. Aber keine Nervösität oder Unruhe. Die Reiter stärkten sich mit Würstchen und Kartoffelsalat und weiter ging´s.
Am Hof nutzten viele die Möglichkeit, ihre Hottis im Bach plantschen und saufen zu lassen. Teilweise wurde der Bach so tief, dass Danni ihre Beine hochziehen musste, um nicht nass zu werden.. Ich hatte mit Dick Higgins noch genug Platz :-))

Am Sonntag fanden die Gruppenreiterspiele statt.

Higgins war ohne seine Meggy völlig aufgeschmissen und rief und wieherte ihr nach und guckte und benahm sich wie ein Hengst, der zu einer rossigen Stute geführt wird. Solange er neben ihr stehen durfte, war er vollkommen gelassen und ruhig. Außer Sichtweite war er aufgedreht, aber noch zu händeln. Ganz schlimm wurde es (Danni und Meggy waren immer eine Gruppe nach uns), wenn er sie wieder sah. Was sich nicht vermeiden ließ..


Nach dem Mittagessen zeigten Sabine und Oscar (die Initiatorin) mit 5 anderen Stinker-Reiterinnen ein Quadrille und anschließend stellten andere Tinker, u. a. Kilkenny, Samson, Mr. Ed, Diana, Shiva und Casey´s Dream ihr Können unter Beweis. Kilkenny und Diana sprangen über Hindernisse mit brennenden Wunderkerzen. Casey zeigte zirzensische Lektionen. Shiva ging im Geschirr und zog einen Bob..

Anschließend fand “Der Große Preis von Gut Stockum” statt. Ein Springparcour, der im Stechen zwischen Zitta und Gigolo entschieden werden musste und Gigolo gewann. Er war es auch, der im Galopprennen gewann. Durch den Regen in der letzten Nacht war die Koppel zu durchgeweicht und so starteten wir auf dem großen Springplatz. Mir war das Glück hold und ich wurde mit Danni und Meggy zusammengelost. Natürlich konnten wir nicht gegen die beiden gewinnen, denn a) ist Meggy viel, viel schneller und b) wäre mein “Kleber” ja auch nie an ihr vorbeigegangen :-)

Aber dafür ging er anstandslos zum Start und hibbelte nicht herum..:-).


Die Preis- und Schleifenverleihung bzw. Schlussaufstellung war in der Freilufthalle mit einem kleineren Aufgebot, da viele noch eine weite Heimreise antreten mussten und leider nicht dabei sein konnten. Higgins hat sogar auch eine bekommen ! In den Gruppenreiterspielen, wo ich am wenigsten mit gerechnet hatte, dass Higgi sich ordentlich benimmt…



Autor: Katja (Higgins und Bandit)